Gewalt erkennen, richtig handeln

von | 27.03.26

Am vergangenen Samstag fand bei Spine Base ein praxisorientiertes Seminar zum Thema „Umgang mit besonders vulnerablen Gruppen“ statt. Als Referentin konnte mit Isabella Mitter eine ausgewiesene Expertin gewonnen werden.

Isabella Mitter ist Referatsleiterin für Frauen, Gleichstellung und Queer im Stadtmagistrat Innsbruck und beschäftigt sich dort intensiv mit Themen wie Gewaltschutz, Gleichstellung und gesellschaftlicher Prävention. Darüber hinaus ist sie im Roten Kreuz Tirol tätig und Mitglied der Ombudsstelle, wo sie Ansprechperson für sensible und grenzüberschreitende Situationen innerhalb der Organisation ist. Ihre Perspektive verbindet damit strategische Präventionsarbeit, praktische Ausbildung sowie konkrete Fallarbeit im Bereich Gewaltschutz.

Der Kontakt entstand im Rahmen der Camillo Awards 2025, bei denen Isabella Mitter für ihr Schulungskonzept zum Thema häusliche Gewalt ausgezeichnet wurde. Spine Base war dort als Sponsor vertreten und förderte den ausgezeichneten Preis.

Gewalt erkennen, bevor sie sichtbar wird

Gewalt ist kein Randthema – sie betrifft auch den Arbeitsalltag vieler Unternehmen, häufig ohne direkt erkannt zu werden. Studien zeigen, dass Betroffene oft mehrfach Kontakt mit dem Gesundheits- oder Sozialsystem haben, bevor Gewalt überhaupt thematisiert wird.

Genau hier setzt Prävention an: Mitarbeitende, die im täglichen Kontakt mit anderen Menschen stehen – etwa in Ausbildung, Sport, Pflege oder Kundenkontakt – können frühzeitig Hinweise erkennen und sensibel reagieren.
Handlungskompetenz als Teil verantwortungsvoller Führung

Im Seminar wurden konkrete Handlungsmöglichkeiten vermittelt, die sich direkt in den beruflichen Alltag übertragen lassen. Dazu gehörten:

  • Erkennen typischer Anzeichen von Gewalt
  • Einordnen von auffälligem Verhalten und Dynamiken
  • Führen sensibler Gespräche ohne Druck oder Schuldzuweisungen
  • Sicheres und verantwortungsbewusstes Handeln in Verdachtssituationen

Dabei wurde deutlich: Prävention bedeutet nicht, Probleme zu „lösen“, sondern frühzeitig hinzusehen, richtig zu reagieren und Betroffene nicht allein zu lassen.

Unternehmen tragen Verantwortung – nicht nur für die Leistung ihrer Mitarbeitenden, sondern vor allem für deren Sicherheit und Wohlergehen. Wer frühzeitig sensibilisiert, schafft ein Umfeld, in dem Probleme erkannt und Menschen geschützt werden können“, betont Michael Gissinger, Geschäftsführer von Spine Base.

Verantwortung für Mitarbeitende ernst nehmen

Für Arbeitgeber und auch Vereine bedeutet Gewaltprävention vor allem eines: Fürsorge.

  • Mitarbeitende werden für sensible Themen geschult
  • Unsicherheiten im Umgang mit schwierigen Situationen werden reduziert
  • Führungskräfte gewinnen Sicherheit im Handeln
  • Betroffene erleben Unterstützung statt Unsicherheit oder Wegsehen

Gerade in Organisationen mit viel zwischenmenschlichem Kontakt ist es entscheidend, eine Kultur zu schaffen, in der aufmerksam hingesehen wird und in der klar ist: Das Wohlergehen der Mitarbeitenden hat Priorität.

Fazit

Das Seminar hat gezeigt, dass Gewaltprävention kein Spezialthema einzelner Berufsgruppen ist, sondern ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmens- und Vereinskultur.

Spine Base unterstützt Unternehmen und Vereine dabei, genau diese Kompetenzen aufzubauen – praxisnah, sensibilisierend und mit klarem Fokus auf Prävention und Fürsorge.

WE CARE FOR PEOPLE

WHO CARE FOR PEOPLE

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner